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Vom 28.-29. August 2026 fand bei ansprechendem Ambiente im Katholisch-Sozialen-Institut in Siegburg die 29. Fachtagung für ehrenamtlich Tätige in der Freien Straffälligenhilfe statt, welche seitens der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW in diesem Jahr unter dem Titel "Die Rolle des Ehrenamtes in der Resozialisierung - Chancen und Grenzen" veranstaltet wurde.
Bettina Rudat, Sprecherin des Fachausschusses Gefährdetenhilfe in der LAG FW NRW sowie das Team der Organisator*innen, welche allesamt in koordinierender Funktion an unterschiedlichen Standorten die ehrenamtliche Arbeit im Justizvollzug begleiten, hießen die insgesamt ca. 60 teilnehmenden Ehrenamtlichen aus ganz NRW am ersten Veranstaltungstag herzlich willkommen.
Zu Beginn wurde es direkt interaktiv: In Kleingruppen wurde sich eingangs zu den Fragen "Fühle ich mich eigentlich gesellschaftlich zugehörig? Und wenn ja, woran mache ich das fest?" ausgetauscht. Durch den hierbei erlangten Perspektivwechsel, weg von der inhaftierten Person hin zur eigenen Positionsbestimmung in Bezug auf erfahrene (Re)Sozialisierungsaspekte, konnten anschließend im Plenum viele spannende Erkenntnisse zusammengetragen werden, die einen gedanklichen Grundstein für den weiteren Tagungsverlauf legen sollten.
Prof. Dr. Christine Graebsch führte am Nachmittag schließlich anhand eines Vortrags in die Grundlagen des Resozialisierungsbegriffes ein und nahm eine kritische Einordnung der Zusammenhänge desgleichen im Kontext des Justizvollzuges vor. Besonders hob sie dabei hervor, dass gerade die Ungebundenheit von Institutionszwängen und Rollenerwartungen eine wertvolle Ressource der Ehrenamtlichen im Justizvollzug sei. Auch für eine anschließende Diskussion im Plenum blieb Zeit, bevor es in die erste Workshopphase der Tagung ging. Durch die Workshops sollten einzelne Aspekte, die im Zusammenhang mit Resozialisierung stehen, vertieft werden. Hierbei konnten die Teilnehmenden am ersten Tag zwischen den Themen "Soziale Beziehungen" und "Sucht" wählen. Nach einem gemeinsamen Abschluss im Plenum endete der erste Veranstaltungstag nach dem Abendessen in geselliger Atmosphäre unter Bewunderung eines traumhaften Sonnenuntergangs auf der Dachterrasse des Tagungshauses.
Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Vortrag von Oliver Hufnagel und Melanie Pracht, die als Vertreter*innen des Fachbereich Sozialdienst im Justizvollzug NRW, die Bedeutung des Übergangsmanagements bei der Resozialisierung und schließlich auch des Ehrenamtes im Zusammenhang mit dem Übergangsmanagement thematisierten. Auch sie hoben die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Arbeit im Justizvollzug und die hierinliegend einzigartige Ergänzung der hauptamtlichen Arbeit mit Wertschätzung hervor. Die Teilnehmenden nutzten das Angebot zu Nachfragen und Diskussion im Anschluss an den Vortrag rege und kamen mit den beiden Vortragenden über ihre Erfahrungen und Anliegen aus der Praxis ins Gespräch. Nach einer kurzen Pause ging es schließlich in die zweite Workshopphase der Tagung. In dieser konnte zwischen den Themen "Beschäftigung" und "Wohnen" gewählt werden. Die Workshops waren, wie die beiden des vorherigen Tages, jeweils durch externe Referent*innen aus der Praxis der Freien Straffälligenhilfe und des Justizvollzuges besetzt.
Beim abschließenden Zusammenkommen im Plenum bedankte sich Bettina Rudat beim Organisationsteam und bei den Ehrenamtlichen für die inhaltsreiche und von einem starken und bereichernden Austausch geprägte Veranstaltung. In der gemeinsamen Auswertung der Tagung konnten die Teilnehmenden bereits Themenwünsche für das kommende (Jubiläums-)Jahr benennen, in welchem dann vom 20.-21. August 2027 die 30. Fachtagung für ehrenamtlich Tätige in der Freien Straffälligenhilfe der LAG FW NRW in Siegburg stattfinden soll.